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10.09.2018 - Forschungsarbeit bestätigt: Keine zu hohe Lärmbelastung auf der Intensivstation. „Lärmbremse“ kommt trotzdem.

10.09.2018 - Forschungsarbeit bestätigt: Keine zu hohe Lärmbelastung auf der Intensivstation. „Lärmbremse“ kommt trotzdem.

Bekannt ist: Lärm macht krank. Wie laut es im Krankenhaus und dabei insbesondere auf der Intensivstation zugeht, haben 11 Auszubildende zum Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w) in einer Forschungsarbeit aufgezeigt. Dabei erarbeiteten sie auch Möglichkeiten, auftretende Geräusche zu reduzieren. Der Einsatz spezieller geräuschunterdrückender Kopfhörer ist dabei nur eine Möglichkeit.

Lärm und laute Umgebungsgeräusche, meist rund um die Uhr, treten vor allem auf der Intensivstation auf. Auf dieser Spezial-station, die der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Kreiskrankenhauses Stollberg zugeordnet ist, werden schwerstkranke Patienten überwacht und behandelt. Darunter sind Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheitsbildern sowie Patienten, die nach großen Operationen intensivmedizinisch behandelt werden.

Die Beatmungsgeräte und Überwachungsmonitore laufen 24 Stunden am Tag mit ihren ständig wiederkehrenden Geräuschen. Regelmäßig ertönen aus einem der vielen Zimmer „Alarmtöne“.  Die intensive personelle Betreuung rund um die Uhr ist notwendig und gibt Sicherheit. Der hohe Einsatz an Technik sowie die häufigen pflegerischen sowie ärztlichen Maßnahmen sorgen für die notwendige Sicherheit der Patienten, erhöhen aber gleichzeitig auch die Lärmbelastung.

Ist die Umgebungslautstärke dauerhaft erhöht, stört das den Tag-Nacht-Rhythmus eines Menschen, wodurch das Risiko einer direkt auf der Intensivstation einsetzenden psychischen Erkrankung (Delir) deutlich steigt. Auswirkungen eines Delirs können Bewusstseinsstörungen sowie kognitive Störungen sein, die zu Verwirrtheit, Desorientierung, Halluzinationen und Denkstörungen führen können. Manch ein Patient ist aber einfach nur durch die vielen Umgebungsgeräusche genervt.

Die erstmalige Messung des Lärms und das Finden von Gegenmaßnahmen machten sich 11 Auszubildende des dritten und damit letzten Lehrjahres in einer Forschungsarbeit zum Thema. In einer 24-stündigen Untersuchung führten sie engmaschige Messreihen bzgl. der auftretenden Geräuschpegel in vorher festgelegten Räumlichkeiten durch und analysierten die Ergebnisse. Auch die Meinungen der intensivpflichtigen Patienten sowie des pflegerischen und ärztlichen Personals wurden erfasst und ausgewertet.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass die durchschnittliche Geräuschentwicklung im Normbereich liegt. Damit wurde die vorangegangene subjektive Vermutung, die Geräuschentwicklung wäre deutlich zu hoch, widerlegt.

Es besteht eine Abhängigkeit zwischen Lärm und Schwere einer Erkrankung, denn je intensiver die Therapie ist, desto lauter sind auch die Umgebungsgeräusche. So zum Beispiel die Beatmungsgeräte, das Monitoring, der Infusomat oder der Perfusor. Auf der Intensivstation ist bereits neueste Medizintechnik mit geringstmöglicher Geräuschentwicklung im Einsatz, daher ist hier kein Verbesserungspotential zu finden.

Die Untersuchung und die Beobachtungen ergaben zudem, dass das Personal in seiner Arbeit stets darauf bedacht ist, Geräusche möglichst gering zu halten. So werden zum Beispiel Telefongespräche möglichst außerhalb der Patientenzimmers geführt.

Es wurden verschiedenste Lärmquellen ausgemacht, die schnell abgestellt werden können. So ist das laute Klirren von Glasbehältern oder ein lautstarker Einwurf von Müll in die Behälter durch vorsichtigen Umgang zu vermeiden.

Interessante Ergebnisse

Die höchste gemessene Lautstärke waren 85 Dezibel, verursacht durch einen Infusomat, der der Alarm gab. Es handelt sich hierbei um eine Infusions- bzw. Dosierpumpe zur kontinuierlichen intravenösen Verabreichung von Infusionen, die an jedem Patientenbett steht. Das Schließen eines Kühlschrankes mit gläsernem Inhalt brachte es auf 80 Dezibel. Zum Vergleich: Im Bereich um 80 Dezibel liegen etwa ein Benzinrasenmäher oder ein dicht vorbeifahrendes Auto.


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Christian Grimm
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